Kapitalismus überwinden! Für Solidarität und Klassenkampf!

1mai12

Die Krise des Kapitalismus schreitet voran. Selbst in bürgerlichen Kreisen wird heftig über tiefgreifende Veränderungen des Systems diskutiert. Die Missstände werden korrupten Politikern und gierigen Bankern zugeschrieben. Währenddessen verschlechtert sich die Lebenssituation für einen Großteil der Lohnabhängigen in fast allen Bereichen dramatisch. Eindrucksvoll wird in Irland, Spanien, Portugal und Griechenland vorexerziert, was allen Beschäftigten, RentnerInnen, Erwerbslosen, Studierenden und SchülerInnen noch blühen kann. Obwohl sich die spürbaren Folgen der Krise in der BRD bisher in Grenzen halten, spielt sie als Hintergrundmusik in Politik, Wirtschaft und Medien eine nicht zu überhörende Rolle: keine Sparmaßnahme, Überstunde, Lohnkürzung oder Intensivierung der Arbeit, die nicht mit dem Verweis auf die Krise begründet wird. Auf der anderen Seite hat die Krise in den letzten Jahren in den Metropolen Bewegungen wiederbelebt, die die Frage nach grundlegender Veränderung aufwerfen, die fast schon vergessen war. Kämpferische Streiks in Griechenland, Spanien und Portugal oder soziale Bewegungen wie Occupy in den USA zeigen, dass Widerstand gegen die Zuspitzung der Verhältnisse zunehmend auf die Straße getragen wird. Auch wenn sich die konkreten Kämpfe an unterschiedlichen gesellschaftlichen Konflikten entzünden, haben sie dieselbe Ursache: den Kapitalismus. Mit dem 1. Mai 2012, an dem weltweit Millionen Menschen für ein besseres Leben und eine Welt jenseits von Krise, Krieg und Kapitalismus auf die Straße gehen, den Krisenprotesten Mitte Mai in Frankfurt am Main und den kommenden Arbeitskämpfen bieten sich in diesem Frühjahr vielfältige Ansätze für die revolutionäre Linke.
Antikapitalismus ist Klasse!

Die mit dem Ausbruch der Krise entstandene Hoffnung vieler Linker, auf grundlegende Veränderung wurde nicht bestätigt. Das Krisenmanagement des Staates, die finanzielle Stütze der Banken und die sozial- beziehungsweise arbeitsmarktpolitischen Massnahmen federn die sozialen Folgen in der BRD noch ab. Zeitgleich macht sich in der Linken die Enttäuschung breit, dass die Kritik und der praktische Widerstand gegen die Verantwortlichen der Krise eher zaghaft bleiben und der Kampf um Alternativen zum Kapitalismus sich nicht entwickelt. Bei einem Großteil der Lohnabhängigen überwiegt die Angst vor sozialem Abstieg und die Hoffnung, die Krise mit einem blauen Auge zu überstehen. Obwohl sich eine oberflächliche Kritik am Kapitalismus breit macht und viele die soziale und politische Ungerechtigkeit beklagen, bleibt die kollektive Gegenwehr auf betrieblicher, gewerkschaftlicher und politischer Ebene schwach – die Passivität dominiert. Zudem versteht es die herrschende Klasse erstaunlich gut, mit Durchhalteparolen, dem Versprechen sicherer Arbeitsplätze, Beschwören der Betriebsgemeinschaft und rassistisch geladener Stimmungsmache gegen die Krisenverlierer, die Unzufriedenheit zu kanalisieren. Die mediale Berichterstattung über die »faulen Griechen« oder »Pleite-Hellenen« haben zu einer Stimmung beigetragen, die das BILD vermittelt, die Menschen in den krisengeschüttelten Ländern seien selbst schuld an ihrer Situation.

Dass die Lohnabhängigen in der BRD diese Hetze in großen Teilen widerstandslos aufnehmen, anstatt solidarisch mit ihren KollegInnen in anderen Ländern zu sein, zeigt vor allem eins: Über das Wissen um die Klassenverhältnisse und damit das Klassenbewusstsein hat sich der Staub des Vergessens gelegt. Doch nur weil der Klassenkampf aus dem Bewusstsein verschwunden ist, bedeutet dies nicht, dass er nicht tagtäglich stattfindet. Die Klassen und der Klassenkampf sind dem Kapitalismus, damals wie heute, als soziales Grundverhältnis eingeschrieben und strukturieren die kapitalistische Gesellschaft. Auf der einen Seite stehen die Kapitalbesitzenden mit dem Interesse nach ständiger Profitvermehrung. Ihnen gegenüber steht die große Masse aller Lohnabhängigen, ohne Besitz oder Verfügung über Produktionsmittel. Im Kapitalismus sind sie aufgrund ihrer materiellen Situation zum Verkauf ihrer Arbeitskraft gezwungen. Daraus resultieren zwangsläufig Konflikte. Die Formen und Ausdrücke des Klassenkampfs sind dabei vielfältiger als viele glauben: von Mietfragen, Auseinandersetzungen um steigende Lebenshaltungskosten über betriebliche Alltagskonflikte, breite politische Debatten, Tarifauseinandersetzungen bis zu wilden Streiks, Massendemonstrationen, Revolten und revolutionären Aufständen. Die gesellschaftlichen Bündnisse und Kräftekonstellationen zwischen den Klassen sind immer umkämpft. Die Formen der Auseinandersetzung und ihr konkreter Verlauf hängen unter anderem vom ökonomischen Entwicklungsstand und historischen Gegebenheiten ab und durchziehen Wirtschaft, Politik und Ideologie gleichermaßen. Die Zusammensetzung und innere Struktur der lohnabhängigen Klasse sowie das Verhältnis zwischen den Fraktionen der herrschenden Klasse sind einem permanenten Wandel unterzogen. Neue Technologien, Maschinen und veränderte Arbeitsorganisation setzen die Klassenstruktur ständig in Bewegung. Das Kapital ist anpassungs- und integrationsfähiger als viele dachten und die bisherigen Klassenkämpfe endeten lediglich mit einer Umstrukturierung innerhalb der bestehenden Klassenverhältnisse, ohne diese aufzuheben. Die Beziehungen zum Beispiel zwischen FacharbeiterInnen, An- und Ungelernten, zwischen Festangestellten und Prekarisierten und den damit einhergehenden Lebens- und Arbeitsformen, verschieben sich beständig. Das heutige Niveau der Arbeitsteilung hat zu einem komplexen Kooperationssystem geführt, dass den Lohnabhängigen höchst unterschiedliche Rollen zuweist. Die Spannbreite der Erwerbsformen reicht von der unmittelbaren Produktion der industriellen Kernbelegschaften, dem Verwaltungs- und Distributionsbereich – die heutzutage meist zu den Dienstleistungen gezählt werden – über die Logistik-, Kommunikations- und Reinigungsbranchen, den Pflege- und Gesundheitssektor bis zur studierten technischen Intelligenz in Großbetrieben oder Scheinselbstständigen im Segment der Kreativ-Arbeit in Werbung und Marketing. Die Orte und Stellungen, in denen abhängige Beschäftigung im Produktions- oder Reproduktionsbereich stattfindet, variieren erheblich und die konkreten Lebenslagen in Bezug auf Qualifikation, Bildung, Einkommen und Konsumverhalten gehen weit auseinander. Die Tendenz ist eine Verallgemeinerung der Lohnarbeit, eine umfangreiche Proletarisierung der Gesellschaft, bei gleichzeitiger Ausdifferenzierung ihrer Erscheinungsformen. Die Wahrnehmung der Klassenbeziehungen ist dadurch ungemein erschwert.

Zusätzlich werden durch die Konkurrenzorientierung im Kapitalismus die Subjekte gegeneinander positioniert. Kollektives und solidarisches Handeln setzen daher einiges voraus und werden in dieser Gesellschaft nicht gerade nahegelegt. Gerade die Krisenentwicklung verunsichert viele Menschen besonders wenn emanzipatorische Orientierung und Organisierung fehlen, so dass auch irrationale Weltbilder um sich greifen. Die Umbrüche der Sozialverhältnisse, Ausdehnung prekärer Arbeits- und Lebensformen und Existenzangst treiben viele Menschen in die Arme rechter Populisten, weil sie sich von den reaktionären und autoritären Kräften Sicherheit und Bewältigung der Krise erhoffen, die sie einer »korrupten bürgerlichen Demokratie« nicht mehr zutrauen. Wo kritisches Bewusstsein und eine widerständige Kultur fehlen, bilden sich aus der Alltagswahrnehmung der gesellschaftlichen Strukturen auch reaktionäre Erklärungsmuster heraus. Das Bewusstsein der lohnabhängigen Klasse kann daher nicht allein aus der ökonomischen Struktur erklärt werden. Genauso müssen auch Unterdrückungsformen wie Nationalismus, Rassismus, Islamophobie, Antisemitismus oder patriarchale Strukturen Berücksichtigung finden. Denn wie sich die Klassenstruktur in Klassenhandeln überträgt, sich politisch artikuliert und in das Geschehen eingreift, ist nicht allein aus der ökonomischen Stellung der Menschen im Produktionsprozess abzuleiten. Es ist auch eine Frage der politischen, kulturellen und ideologischen – kurz gesellschaftlichen – Kräfteverhältnisse insgesamt.
Die Räder des Systems

Im Kapitalismus ist die Lohnarbeit die Basis der Produktionsweise. Nur die Arbeit ist die Quelle von neuem Wert. Die Arbeitskraft ist die einzige Ware, die mehr Wert erzeugt, als sie selbst wert ist. Die Kapitalisten bezahlen die Arbeitszeit als Lohn, der zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendig ist. Die Differenz zwischen dem bezahlten Lohn und dem, was die Arbeitskraft darüber hinaus produziert, eignen sich die Kapitalisten in Form des Mehrwerts an. Dabei gilt: Umso geringer der gezahlte Lohn und umso höher die Produktivität, desto höher die Mehrwertrate der Kapitalisten. Diese sind in ein ständiges Konkurrenzverhältnis versetzt, die Produktivität der kapitalistischen Warenproduktion zu steigern. Mittels Rationalisierungsmaßnahmen, technischem Fortschritt und Arbeitsintensivierung setzt das Kapital beständig einen Prozess in Gang, durch den der Anteil der Lohnarbeit bei der Produktion verringert wird. Durch die Möglichkeit des globalen Waren- und Technologietransfers haben sich in den letzten Jahrzehnten die Produktionsstätten auch dorthin verlagert, wo die Lohnstückkosten niedriger als in den kapitalistischen Zentren sind. Die Expansion des Kapitals findet sowohl nach außen als auch innerhalb der kapitalistischen Zentren, in Bereiche, die noch nicht der Kapitalverwertung unterworfen waren, statt. Das System beruht auf dem Zwang zur Ausweitung der Verwertungsbereiche.

Der Nachkriegskapitalismus war von einem wirtschaftlichen Aufschwung, verbunden mit Vollbeschäftigung, einer stark ausgebauten tarifvertraglichen und gesetzlichen Regulierung der Arbeitsverhältnisse und umfassenden sozialstaatlichen Sicherungssystemen geprägt. Die Widersprüche des Kapitalismus schienen in den Ländern der kapitalistischen Metropolen eine Zeit lang überwunden zu sein. Diese Phase des prosperierenden Kapitalismus der 1950er und 1960er Jahre – auch als Fordismus oder goldenes Zeitalter bekannt – ging Mitte der 1970er Jahre mit einem weltweiten Kriseneinbruch zu Ende. Der kapitalistische Ausweg aus der Krise bestand in einer grundlegenden Umstrukturierung der Arbeits- und Klassenverhältnisse. Der Klassenkompromiss der Nachkriegszeit wurde von oben aufgekündigt und die Stellung der Gewerkschaften geschwächt. Der Abbau des Sozialstaates, die Flexibilisierung der Arbeit und eine massive Erwerbslosigkeit setzten ein. Es kam zur Ausbreitung prekärer Arbeitsverhältnisse, zu einem deutlichen Anwachsen des Niedriglohnsektors und der Armut.

Die Märkte des Nachkriegsbooms, die erstmals auch die Haushalte der ArbeiterInnen in den Metropolen massenweise mit Kühlschränken, Autos und Fernsehern versorgten, waren gesättigt. Das Kapital brauchte neue profitable Anlagemöglichkeiten. Mit der neoliberalen Privatisierungspolitik konnte das Kapital in weitere Bereiche eindringen. Ehemals öffentliche Aufgaben wie Wasser- und Energieversorgung wurden privatisiert. Durch die neoliberale Offensive konnten zwar die Profitraten gesteigert werden, zugleich wurde aber auch die Kaufkraft und damit die Nachfrage reduziert. Die Nutzung neuer Technologien, zum Beispiel dem IT-Sektor, schuf zwar neue Arbeitsplätze, beschleunigte aber zugleich die Verdrängung der Arbeitskräfte aus dem Produktionsprozess. Eine scheinbare Verwertungsmöglichkeit boten die Finanzmärkte, in denen das Kapital nach vorübergehenden Anlagemöglichkeiten suchte. Die daraus resultierende Aufblähung des Finanzsektors ist für die kapitalistische Ökonomie mittlerweile zum Problem geworden.

Die Finanzanlagen sind wesentlich schneller angewachsen, als sie Entsprechung in der realen Produktion gefunden haben. Im Finanzsektor werden aber keine Werte geschaffen. Das finanzielle Anlagekapital schöpft in Form von Zins- oder Dividendenzahlungen einen Teil des Profits ab, der in der Produktion gewonnen wird. Dazu müssen die produzierten Waren aber verkauft werden, was sich angesichts andauernder Überkapazitäten immer schwieriger gestaltet. Mit dem Finanzsektor wuchsen auch die Schuldenberge der öffentlichen und privaten Haushalte, da eine Nachfrage vorrangig durch Kredite generiert wurde. Das, was seit dem Crash des US-Hypothekenmarkts 2008 und dem folgenden Taumel des internationalen Finanzmarktes sichtbar wird, ist Ausdruck einer dauerhaften Überproduktionskrise des Kapitals.
»In Europa wird deutsch gesprochen«

Trotz oder gerade wegen der Krise konnte die BRD große Handelsüberschüsse auf dem Weltmarkt erwirtschaften. Die deutsche Exportindustrie setzte sich, nicht zuletzt durch die Absenkung des Lohnniveaus infolge der Agenda 2010 und Hartz IV und einer allgemeinen Prekarisierungspolitik, auf dem europäischen Markt durch. Zwischen 2000 und 2009 gingen die Löhne preisbereinigt hierzulande um 4,5 Prozent zurück. Die BRD konnte ihre Industrieproduktion in den letzten zehn Jahren, auch über die Krise hinweg, um 19,7 Prozent steigern, während sie in Portugal um 16,4 Prozent, in Italien um 17,3 Prozent, in Spanien um 16,4 Prozent und in Griechenland um 29,9 Prozent fiel.

Die Durchsetzung brutaler Kürzungsdiktate vor allem auf Betreiben der deutschen Politik lässt die Lohnabhängigen der Euro-Länder verarmen und baut die politisch und ökonomische Macht- und Herrschaftsstellung Deutschlands aus. Mit seiner Exportindustrie walzt es zunächst die peripheren Länder nieder und exportiert die Krisenfolgen gleich mit. Im derzeitigen europäischen Krisenmanagement haben sich die nationalen Interessengegensätze im angeblich vereinten Europa wieder offener manifestiert. Denn das deutsche Kapital nutzt seine politische und ökonomische Stellung, um seine Forderungen auf Kosten der verschuldeten Länder durchzusetzen. So vergibt die Europäische Zentralbank (EZB) auf Druck der BRD den internationalen Finanzinstituten unbegrenzt Kredite zu einem Prozent, damit diese höher verzinste Staatsanleihen aufkaufen. Hierdurch gewinnen nicht in erster Linie die verschuldeten Länder, sondern vor allem die Banken der europäischen Zentren, sprich Frankreichs und mehr noch Deutschlands. Zugleich werden mit den Forderungen nach immer weiteren Sparmaßnahmen auch die eigenen Absatzmärkte ausgetrocknet. Deshalb werden die Spardiktate die Krise der Euro-Zone nur weiter verschärfen und auch die deutsche Exportindustrie früher oder später erfassen. Der vergleichsweise große Wohlstand der EU fällt rasant und die Angriffe auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der lohnabhängigen Klasse nehmen unaufhörlich zu.

Die deutschen Gewerkschaften, als klassische Vertreterinnen der Lohnabhängigen, haben dem wenig entgegenzusetzen. In der BRD haben wir es mit einer besonderen Form der Institutionalisierung des Klassenkonfliktes zu tun. Die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit sind durch gesetzliche Regelungen und Institutionen, wie Tarifverträge, Betriebsverfassungs- und Sozialgesetze, Arbeitsgerichte soweit verrechtlicht wie in kaum einem anderen Land. Für die bundesdeutschen Gewerkschaften sind die Unternehmen und ihre Verbände keine Gegner, sondern Tarifpartner. Seit ihrem Bestehen setzen die DGB-Gewerkschaften auf Sozialpartnerschaft und Kooperation. Während des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit konnten die Gewerkschaften mit diesem Modell Lohnzuwächse und andere Verbesserungen erreichen. Spätestens seit der neoliberalen Phase führt diese Orientierung von einer Niederlage zur nächsten. Auch während der Krise ist die offizielle Linie der Gewerkschaftsführung an kämpferischer Rhetorik orientiert, bei gleichzeitiger praktischer Bescheidenheit, um die scheinbar instabilen Geschäftsbilanzen der Unternehmen nicht zu gefährden. Viele Tarifverhandlungen endeten mit weitreichenden Zugeständnissen an das Kapital und die faulen Kompromisse werden von den Gewerkschaften häufig noch als Erfolge verkauft. Die Krise und Zuspitzung der Widersprüche hat bei den Gewerkschaften, ungeachtet einiger Prozesse an der Basis, bis jetzt zu keiner Radikalisierung geführt. Es werden zwar einzelne Auswüchse des Kapitalismus gegeißelt, das kapitalistische System als Ganzes wird aber nicht hinterfragt und die Interessen der Unternehmen finden bei Arbeitskämpfen stets ihre Berücksichtigung. Doch auch wenn die Gewerkschaften der Verrechtlichung von Konflikten dienen und sich als Ordnungsfaktor im Betrieb aufspielen, sind sie für viele Menschen ein Ansatz der Organisierung, wo um das richtige Herangehen und die politische Stoßrichtung gestritten wird. Auch wenn die Zielsetzung der Gewerkschaften auf Verbesserungen innerhalb der Verhältnisse gerichtet ist, werden im betrieblichen Kampf durchaus Erfahrungen gemacht, die ein Bewusstsein über die eigene Klassenlage schaffen und zum Ausgangspunkt klassenkämpferischer Bewegung werden können.
In Bewegung kommen …

Auch heute gibt es offene Kämpfe die aus der kapitalistischen Eigentumsordnung und den Klassenverhältnissen resultieren – auch wenn das nicht immer so wahrgenommen wird. Von der Bewegung der Empörten in Spanien über die Massenproteste in Griechenland bis zu Occupy in den USA: Soziale Bewegungen bringen auch in den Metropolen wieder eine Praxis hervor, die sich öffentlich Räume aneignet, Häuser, Betriebe und Institutionen besetzt, Massenproteste organisiert und mit konfrontativen Aktionen die Staatsmacht herausfordert. Sie stellen an vielen Punkten die Eigentumsfrage und untergraben die Legitimation, Gesetze und Regeln der bürgerlichen Gesellschaft. Obwohl die politischen Zielsetzungen, Protestformen und die Reichweite der Kritik oft unzureichend und konfus sind, bringen die sozialen Bewegungen politische Anstöße, Organisierungsansätze und breite gesellschaftliche Debatten hervor.

Positionen, wie sie auch von vielen linken AktivistInnen vertreten werden, die Kämpfe um höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen oder soziale Absicherung nicht ernst zu nehmen, stellen keinen Ausweg dar. Wer Arbeitskämpfe und neue Protestbewegungen leichtfertig als reformistische Verteilungskämpfe abtut oder als verkürzte Kapitalismuskritik labelt, übersieht die Dynamiken und Erfahrungen, die in solchen Kämpfen gemacht werden können. Ein Herangehen das sich vorwiegend auf Abgrenzung und radikalistische Phrasendrescherei stützt, hat keine Perspektive. Ebenso wenig ist andererseits eine Überbetonung sozialer Bewegungen, einhergehend mit der Vernachlässigung dauerhafter revolutionärer Strukturen, zielführend. Das gilt auch für das Verhältnis zu den Gewerkschaften: Im Gegensatz zu den sozialpartnerschaftlichen Spitzen, gilt es fortschrittliche und klassenkämpferische Bewegungen an der Basis zu unterstützen. Wollen wir die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse verschieben, müssen wir solche Ansätze aufgreifen. In den Protesten und Streiks sollten die Gemeinsamkeiten gesucht und zu einer Radikalisierung beigetragen werden. Wir müssen nicht alle Positionen teilen, nicht jede Aktion für sinnvoll halten oder die aktuellen sozialen Bewegungen unreflektiert zur neuen revolutionären Kraft verklären – trotzdem kann sich in ihnen eine gesellschaftliche Praxis ausdrücken, die emanzipatorische Potenziale trägt, die herrschende Politik angreift und Basisorganisierung hervorbringt. In einem breiten Organisierungsprozess sollten genau solche Ansätze, wie klassenkämpferische Initiativen innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften, Basisorganisierung in Stadtteilen, an Schulen und Unis oder die vielen politischen Widerstandsbewegungen gestärkt und zusammengebracht werden. Die vielfältigen Bewegungen haben alle für sich ihre Berechtigung, entstehen aus verschiedenen Anliegen und repräsentieren unterschiedliche Menschen, mit zahlreichen subjektiven Interessenlagen. Ihre Ursachen, die gesellschaftlichen Verwerfungen und Widersprüche, sind aber grundlegender Natur und nur mit der Überwindung des Kapitalismus aus der Welt zu schaffen. Für die revolutionäre Linke heißt das, die aufgeworfenen Fragen zuzuspitzen, die kapitalistische Eigentums- und damit die Klassenverhältnisse in den Mittelpunkt zu rücken und eine kommunistische Perspektive in den realen Kämpfen zu verankern.
Geschichte wird gemacht!

Das Ende der Geschichte, wie es der bekannte Schönredner des Neoliberalismus, Francis Fukuyama, einst verkündete, ist erwartungsgemäß nicht eingetreten. Vielmehr scheint der neoliberale Triumphzug selbst Geschichte zu sein. Die Ideologie des freien, ungezügelten und selbstregulierenden Marktes hat eine Bruchlandung hingelegt. Die kapitalistischen Macht- und Herrschaftsverhältnisse haben Risse bekommen, das System befindet sich in einer Legitimationskrise und die globalen Kräfteverhältnisse scheinen sich zu verschieben. Welchen Ausgang dieser Prozess nimmt, ob er zu einer Restauration des Kapitalismus, zur Vertiefung der Krisenerscheinungen oder zum langfristigen Aufblühen systemkritischer Bewegungen führt, ist vollkommen offen. Klar ist nur: Der destruktive Charakter des Kapitalismus, der in Krisenzeiten umso deutlicher wird, ist nicht zu übersehen und wird bis ins bürgerliche Lager hinein diskutiert. Kriege, Umweltzerstörung, entfremdete Lohnarbeit und die schonungslose Unterwerfung aller Lebensbereiche unter die Verwertungslogik des Kapitals, drängen die Frage nach Alternativen auf. Die aktuellen Proteste zeigen es: Die sozialen Bewegungen sind in den letzten Jahren als gesellschaftliche Akteure zurückgekehrt – selbst in den kapitalistischen Zentren. Obwohl der Verlauf der Kämpfe, die Perspektiven der Bewegungen und die Rolle der revolutionären Linken noch unbestimmt sind, ist deutlich sichtbar, dass sich Widersprüche und Kämpfe im globalen Maßstab zuspitzen. Es ist an der Zeit, der Krise des Kapitals den Klassenkampf von unten und einen organisierten revolutionären Aufbauprozess entgegenzusetzen!

Für den Kommunismus!

Der 1. Mai 2012 und die Krisenproteste vom 16. bis 19. Mai 2012 in Frankfurt am Main

Der 1. Mai ist weltweit der Tag an dem Menschen gegen den Kapitalismus und seine Symptome wie Armut, Sozialabbau und Krieg protestieren. Auch in der BRD finden am 1. Mai zahlreiche Demonstrationen statt. Wir rufen dazu auf sich an den klassenkämpferischen Blöcken bei den Gewerkschaftsdemonstrationen und an den revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen zu beteiligen.

Wenige Wochen später, vom 16. bis 19. Mai 2012, sind in Frankfurt am Main unter dem Motto »Blockupy Frankfurt« internationale Tage des Protests gegen das Krisenregime der EU geplant. Gegen die Politik der EU und Troika werden im Finanzzentrum Frankfurt Plätze besetzt, die EZB blockiert und der Sitz einiger deutscher Banken und Konzerne belagert.

Antifaschistische Linke Freiburg, Gruppe 76 Rastatt/Murgtal, Linke Aktion Villingen-Schwenningen, Revolutionäre Linke Heilbronn, Projekt Revolutionäre Perspektive Hamburg, Revolutionäre Aktion Stuttgart, Revolutionäre Perspektive Berlin, Rote Aktion Mannheim sowie Einzelpersonen

Aufruf zum antikapitalistischen und antifaschistischen 1. Mai 2012 in Mannheim!

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Das Antikapitalistische Bündnis Rhein-Neckar hat sich im Vorfeld des 1. Mai gegründet, mit dem Ziel, antikapitalistische Inhalte in die DGB-Demo in Mannheim hineinzutragen. Das Bündnis besteht aus verschiedenen antifaschistischen und revolutionären Gruppen und Einzelpersonen aus der Region. Perspektivisch wollen wir auch über den 1. Mai hinaus auf theoretischer und praktischer Ebene Alternativen zur kapitalistischen Realität aufzeigen und erarbeiten. Wir sind offen gegenüber allen Personen und Gruppen die sich auf antifaschistischer, antikapitalistischer und revolutionärer Basis mit den herrschenden Zuständen auseinandersetzen wollen.

Link zum Aufruf:Antikapitalistisches Bündnis Rhein-Neckar

Termine:

9 Uhr Gewerkschaftshaus Mannheim – Hinein in den antikapitalistischen und antifaschistischen Block auf der DGB-Demonstration in Mannheim

Danach: Gemeinsam und entschlossen gegen den Naziaufmarsch in Mannheim

Abends: Je nach Tagesverlauf und weiteren Überlegungen sind am Abend in Mannheim noch weitere antikapitalistische Aktionen und/oder Veranstaltungen in Planung – Achtet auf Ankündigungen!

Fight Back! – Antifaschistische Demonstration am 21. April in Ludwigshafen

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Gemeinsam kämpfen gegen Nazis in Ludwigshafen, Baden-Württemberg und überall
Für den 21. April mobilisieren verschiedene antifaschistische Gruppen und Bündnisse zu einer antifaschistischen Demonstration in Ludwigshafen am Rhein. Gemeinsam soll an diesem Tag ein klares Zeichen gegen faschistische Umtriebe und für eine starke Gegenwehr gesetzt werden.

Empörung zu Widerstand!

Auch wir als Gruppen aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs mobilisieren in die Rheinland-Pfälzische Großstadt. Dabei geht es uns um verschiedene Dinge: Durch eine gemeinsame Schwerpunktsetzung wollen wir die Stärke der antifaschistischen Bewegung auf der Straße erweitern und die Notwendigkeit einer konsequenten länder- und städteübergreifenden antifaschistischen Solidarität aufzeigen.Gerade jetzt im Zuge der Aufdeckung der faschistischen Terrorgruppe „NSU“ (Nationalsozialistischer Untergrund) und ihrer jahrelangen Mordserie, wird deutlich wie wichtig ein gut organisierter antifaschistischer Selbstschutz für die Linke ist.

Inhaltlich halten wir es dabei für zentral, die offensichtliche und dennoch meist verschwiegene Verzahnung der kapitalistischen Gesellschaft mit den menschenverachtenden faschistischen Ideologien herauszustellen. Es ist zwar sicherlich zu begrüßen, dass die Sensibilität gegenüber rassistischen und faschistischen Umtrieben im Laufe der vergangenen Monate in fast allen politischen Spektren scheinbar zugenommen hat. Die staatliche Lippenbekenntnisse gegen Rechts sind jedoch eng verknüpft mit der Gleichsetzung von faschistischer mit linker Politik und der erstarkenden Repression gegen selbstbestimmte antifaschistische Bewegungen. Diese Doppelzüngigkeit, die jeden wirklichen Widerstand gegen die Gefahr von Rechts schon im Keim ersticken soll, kann nicht akzeptiert werden. Die Verstrickungen des Verfassungsschutzes in den militanten faschistischen Sumpf, scheinen schon jetzt, ein halbes Jahr nach Aufdeckung der Mordserie auch von den angeblich besorgtesten PolitikerInnen wieder verziehen zu sein und haben zu keinen ernsthaften Konsequenzen im Umgang mit dieser Behörde oder den faschistischen Strukturen geführt. Stattdessen werden AntifaschistInnen von staatlichen Stellen gejagt, verprügelt und immer öfter unter fadenscheinigen Anschuldigungen inhaftiert.

Dieser Umgang mit fortschrittlichen Bewegungen bei gleichzeitiger Deckung und Verharmlosung der gesellschaftlich tief verankerten rechten Strukturen, deren Auswüchse zu Einzelfällen umgelogen werden, ist kein Zufall. Er ergibt sich vielmehr aus der Logik der kapitalistischen Gesellschaftsverhältnisse. In Zeiten der Krise, in denen sich die Lebenssituation von großen Teilen der Gesellschaft stetig verschlechtert, Zukunftsängste zunehmen und das Potenzial für Widerstand gegen die von der herrschenden Klasse vorangetriebenen Zuspitzungen zunimmt, bieten rechte Denkmuster den Herrschenden eine willkommene und geförderte Umlenkung des Unmutes. Schon lange ist in öffentlichkeitswirksamen politischen Diskursen eine Rechtsentwicklung bemerkbar, die auf vielen Ebenen Stimmung gegen MigrantInnen, sozial Schwache, und auch gegen linke und klassenkämpferische Bewegungen forciert.

Die Faschisten profitieren von diesen Entwicklungen und können mit ihrer Propaganda in vielen Fällen, wie zum Beispiel bei Kampagnen gegen Moscheebauten, problemlos daran anknüpfen. Die altbekannte rassistische Hetze, die insbesondere von rechtspopulistischen Zusammenängen wie der Partei „Die Freiheit“ und dem Umfeld des Internetnetzwerks „Politically Incorrect – News“ in die Gesellschaft geschleudert wird, wird in der faschistischen Propaganda durch eine vermeintlich sozialkritische und sogar pseudo-antikapitalistische Rhetorik ergänzt. Sie wollen sich so als Alternative darstellen, die den Unmut gegen die herrschenden Verhältnisse, aber auch deren Unverständnis auffangen und kanalisieren soll.

Gesamtgesellschaftlichen Rechtsentwicklungen haben so immer einen weitaus „schlimmeren“ Begleiter, der sie wieder relativieren kann und potenziell systemgefährdende fortschrittliche Bewegungen zugleich in Schach hält. Das erklärt auch die verhältnismäßig schwach ausgeprägte und nur unter Druck umsetzbare staatliche Verfolgungsbereitschaft faschistischer Strukturen.

Als AntifaschistInnen ist es unsere Aufgabe hier zu intervenieren und dem anwachsenden rechten Sumpf einen breit aufgestellten und vielseitigen Widerstand entgegenzubringen. Die gefährliche Rolle der bürgerlichen rechten Hetzer, der daraus hervorgehende Aufbau populistischer und rassistischer Gruppierungen und die Erstarkung einer militanten faschistischen Bewegung, sind verschiedene Aspekte einer Entwicklungen, der wir mit jeweils angemessenen Mitteln entgegentreten müssen. Nur die erfolgreiche Abwehr dieser Angriffe von Rechts kann den Weg hin zu einer solidarischen und kollektiv organisierten Gesellschaft offen halten.

Ba-Wü goes Ludwigshafen – Gemeinsam entschlossen handeln!

Die Stadt Ludwigshafen bildet ein gutes Beispiel für das jahrelange Verschweigen und Tolerieren vielseitiger Naziaktivitäten. Erst durch kontinuierliche antifaschistische Arbeit in den letzten zwei Jahren, konnte ein Perspektivenwandel erkämpft werden. Zwei Naziläden mussten ihre Tore schließen und antifaschistische Präsenz ist auf der Straße und in öffentlichen Räumen immer sicht- und spürbarer. Trotz dieser Erfolge ist Ludwigshafen immer noch nicht frei von faschistischen Aktivitäten. Im Einklang mit der rigorosen Abschiebungspolitik der örtlichen CDU und ideologisch gedeckt durch eine starke „Republikaner“-Fraktion im Stadtrat, können faschistische Strukturen und Einzelpersonen hier weiterhin mit Infrastruktur und Rückzugsräumen ihrer menschenverachtenden Gesinnung nachgehen. So bietet etwa die Kneipe „Tanja’s Bierstüble“ monatlich Raum für faschistische und rassistische Partys und erst vor wenigen Monaten wurden junge AntifaschistInnen nach den Protesten gegen einen Naziaufmarsch in Worms in Ludwigshafen von einer Meute Faschisten bedroht und durch die Stadt gejagt. Antisemitische, rassistische und antikommunistische Propaganda in Form von Stickern und Schmierereien ist immer noch fester Teil des Stadtbildes und auch Übergriffe gegen Linke und MigrantInnen, sowie Aufmarschversuche der regionalen Naziszene finden hier in regelmäßigen Abständen statt.

Die umtriebige Ludwigshafener und Vorderpfälzische Naziszene bewegt sich allerdings keineswegs nur ortsgebunden, sondern versucht durch die Teilnahme an faschistischen Großevents, wie dem jährlichen geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in Dresden oder dem süddeutschlandweiten Großaufmarsch am 1. Mai 2011 in Heilbronn, auch bundesweit Präsenz zu zeigen.

Gegen diese Zustände hilft nur ein starker lokaler Widerstand mit überregionaler Unterstützung und Zusammenarbeit. Mit der gemeinsamen Mobilisierung zur Demonstration am 21. April wollen wir einen Teil dazu beitragen und deutlich machen, dass der konsequente Kampf gegen faschistische Umtriebe eine entschlossene und organisierte antifaschistische Bewegung braucht.

Für ein nazifreies Ludwigshafen!

Organisiert den antifaschistischen Abwehrkampf!

Die Antifaschistische Aktion Aufbauen!

Zugtreffpunkte für die gemeinsame Anreise:

Achern: Treffpunkt 10 Uhr // Bahnhof

Bühl: Treffpunkt 10 Uhr // Bahnhof

Freiburg: Treffpunkt 08:45 Uhr // Gleis 2 HBF

Gaggenau: Treffpunkt 10 Uhr // Bahnhof

Heilbronn: Treffpunkt 10:50 Uhr // HBF

Rastatt: Treffpunkt 10:15 Uhr // Bahnhof

Stuttgart: Treffpunkt 10:00 Uhr // Gleis 9 HBF

Tübingen: Treffpunkt 08:45 Uhr // HBF

Villingen: Treffpunkt 09:45 Uhr // Bahnhof

Antifaschistische Linke Bühl/Achern | Antifaschistische Linke Freiburg | Antifaschistische Aktion Heilbronn | Antifaschistische Aktion Lörrach | Antifaschistische Jugend Ludwigshafen/Mannheim | Gruppe76 Rastatt/Murgtal | Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart | Marxistische Aktion Tübingen | Linke Aktion Villingen-Schwenningen

18.März-Tag der politischen Gefangenen

8. März – Heraus zum Internationalen Frauenkampftag!

deckblatt

„Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln.“*

Am 8. März 2012 jährt sich der Internationale Frauenkampftag zum 101. Mal. Von Clara Zetkin im Jahr 1910 in Kopenhagen initiiert, hat sich dieser Tag als Symbol von Frauenrechtskämpfen auf der ganzen Welt etabliert. Das erste Ziel, das Wahlrecht für Frauen zu erlangen, wurde 1919 erreicht, doch von echter Gleichstellung von Männern und Frauen kann noch lange nicht die Rede sein.
Dass der Kampf um Gleichberechtigung der Geschlechter ein langwieriger ist, wird deutlich, wenn mensch die zeitlichen Abstände betrachtet, die zwischen den Erfolgen liegen. Die Bestrebungen von Frauen werden nur schleppend in Gesetzen verwirklicht und selbst dann werden sie unzureichend durchgesetzt.
Es ist erschreckend, dass die Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1997 auf Antrag und seit 2004 als Offizialdelikt strafbar ist, ebenso erschreckend ist es, dass Frauen im Fall einer Schwangerschaft heute noch nicht selbst über ihren Körper verfügen dürfen, sondern sich den gesetzlichen Regelungen beugen müssen, da nach § 218 ein Schwangerschaftsabbruch immer noch ein Strafbestand ist. Viele Menschen ruhen sich auf den Errungenschaften der Vergangenheit aus und argumentieren, dass es in der BRD im Verhältnis zu anderen Ländern vergleichsweise gut für den weiblichen Teil der Bevölkerung aussähe. Doch immer noch sind besonders Frauen von Ausbeutung und Unterdrückung betroffen, auch wenn dies aufgrund der gesetzlichen Gleichberechtigung seit 1958 nicht mehr so offensichtlich ist. Wir brauchen aktuell mehr als irgendwelche Gesetze ein Umdenken in der Gesellschaft, das die Geschlechterstereotypen auflöst.
Doch wie kommt es überhaupt zu dieser Ungleichheit? Schon von dem Moment der Geburt an werden Kinder in den Rollen „Junge“ und „Mädchen“ sozialisiert, welchen willkürlich Eigenschaften zugeschrieben werden. Sie werden unterschiedlich gekleidet, Jungen sollen stark, wild, aktiv und neugierig sein, Mädchen hingegen freundlich, nachgiebig, passiv und fürsorglich. So entstehen auch typische Jungen- oder Mädchenfächer in der Schule und letztendlich auch typische Frauen- oder Männerberufe. Dabei fällt auf, dass typische Frauenberufe wie Erzieherin oder Bürofachangestellte schlechter bezahlt sind als etwa Ingenieure.
Wenn einige Frauen aus der sogenannten Oberschicht in höheren Positionen vorzufinden sind, so heißt es nicht zwingend, dass sie einen Mann daheim sitzen haben, der auf ihre Kinder aufpasst und den Haushalt schmeißt. Vielmehr können es sich finanziell gut situierte Frauen leisten, diese Arbeiten an finanziell schlechter gestellte Menschen, meistens ebenfalls Frauen, abzutreten. Dies ist ein weiterer Grund dafür, weshalb die Doppelbelastung Mutter+Lohnarbeiterin besonders solche Frauen trifft, die in weniger gut bezahlten Jobs arbeiten. Ein weiterer erschwerender Faktor ist, dass es zu wenige Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder gibt. Frauen werden häufiger nicht eingestellt, da die Möglichkeit besteht, dass sie schwanger werden können und deshalb aussetzen müssten, auch sperren sich deutsche Arbeitgeber_innen immer noch häufig gegen flexiblere Arbeitszeitmodelle.
Immer noch verdienen Frauen in der BRD etwa 25% weniger im Vergleich zu ihren männlichen Mitarbeitern, ungefähr ein Drittel aller Frauen arbeiten im Niedriglohnsektor und in unsicheren Verhältnissen, dazu kommt die Doppelbelastung durch unbezahlte Hausarbeit (Reproduktionsarbeit). Dadurch entsteht besonders im Alter eine unsichere finanzielle Situation für Frauen.
Männer setzen daher nicht nur aufgrund der vorhandenen Geschlechterrollen in der Gesellschaft, die besagen, dass die Frau für die Familie da sein und der Mann als der Ernährer der Familie fungieren soll, für die Erziehung eines Kindes aus, sondern auch ganz einfach aus ökonomischen Gründen, da sie in ihren Berufen mehr verdienen können. Das alles zeigt uns, dass Frauenrechte nicht in die Verwertungslogik des Kapitalismus passen.
Männer müssen von ihrer privilegierten Stellung abrücken, der Kapitalismus muss überwunden werden. Zudem ist es sinnvoll, Kindererziehung und Hausarbeit zu kollektivieren, wie es schon die russische Revolutionärin Alexandra Kollontai vorgeschlagen hat.
Auch in den sogenannten „fortschrittlichen“ Ländern ist die Gleichstellung von Männern und Frauen noch nicht erreicht, deshalb bringt es auch nichts, auf Länder zu verweisen, in denen Frauen noch mehr diskriminiert werden.
Das Argument „das war doch aber schon immer so“ lassen wir nicht mehr gelten, die vorherrschenden Rollenbilder müssen dekonstruiert werden!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Für eine emanzipierte und befreite Gesellschaft ohne Unterdrückung!
Für einen revolutionären Aufbauprozess! Für den Kommunismus!

*Mary Daly


Veranstaltungen zum Internationalen Frauenkampftag:

Dienstag, 6.3.2012 Film „With Babies & Banners“ und Vokü im JUZ Friedrich Dürr Mannheim
Donnerstag, 8.3.2012 Film „We Want Sex“ und Vokü im JUZ Friedrich Dürr Mannheim
Samstag, 10.3.2012 Gemeinsame Zugfahrt nach Stuttgart – Kundgebung zum Internationalen Frauenkampftag
Zugtreffpunkt: Samstag, 12:10 Uhr am Eingang des Hbf Mannheim

weitere Infos: 8.März Stuttgart

Dresden 2012 – Den antifaschistischen Widerstand organisieren!

dresden

Am 18. Fe­bru­ar auf nach Dres­den!
Den Na­zi­auf­marsch mit allen Mit­teln ver­hin­dern!
Die An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on auf­bau­en!

Am 18. Fe­bru­ar 2012 pla­nen meh­re­re tau­send Fa­schis­ten aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet und dar­über hin­aus in Dres­den auf­zu­mar­schie­ren. Der jähr­lich statt­fin­den­de Auf­marsch hat seine An­fän­ge Ende der 90er Jahre und ist schon lange eines der zen­tra­len Events der deut­schen und eu­ro­päi­schen Na­zi­sze­ne. Der An­lass ist die Bom­bar­die­rung Dres­dens durch die Al­li­ier­ten am Ende des 2. Welt­krie­ges. Die Nazis ver­su­chen im Rah­men ihrer Ak­tio­nen von den Ver­bre­chen ihrer his­to­ri­schen Vor­läu­fer ab­zu­len­ken, diese zu re­la­ti­vie­ren und Na­zi­deutsch­land in eine Op­fer­rol­le zu ver­set­zen.
Zum weiter lesen und ak­tu­el­len Infos zur Mo­bi­li­sie­rung aus die­sen und wei­te­ren Städ­ten in Süd­deutsch­land unter : www.​antifareisen.​tk.


Proteste gegen die Siko 2012

siko2012
De­mons­tra­ti­on gegen die (sog.) Si­cher­heits­kon­fe­renz
Sams­tag |04.​02.​2012 | 13 Uhr | Mün­chen

Am 3.-5. Fe­bru­ar 2012 fin­det in Mün­chen wie­der die so­ge­nann­te NATO- Si­cher­heits­kon­fe­renz (kurz SiKo) statt. Wie jedes Jahr um diese Zeit tref­fen sich auch die­ses Jahr wie­der Eli­ten aus Po­li­tik und Wirt­schaft, hoch­ran­gi­ge Mi­li­tärs und Rüs­tungs­lob­by­is­ten, um über „ak­tu­el­le und zu­künf­ti­ge si­cher­heits­po­li­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen“ zu be­ra­ten, wie es auf der of­fi­zi­el­len Home­page heißt.
Was zu­nächst recht harm­los klin­gen mag be­deu­tet nichts an­de­res als die Ko­or­di­na­ti­on und Pla­nung von Krie­gen und mi­li­tä­ri­schen In­ter­ven­tio­nen unter dem Denk­man­tel von „Si­cher­heit und Men­schen­rech­ten“. Es be­deu­tet die wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen der Herr­schen­den zu si­chern und neue Märk­te für ihr Ka­pi­tal zu schaf­fen. Im Irak, in Af­gha­nis­tan, und in vie­len an­de­ren Tei­len der Welt hat dies für die Men­schen Armut, Tod und ein Leben unter stän­di­ger Be­sat­zung zur Folge. Auch die­ses Jahr wer­den Pro­tes­te gegen das Tref­fen der Kriegs­trei­ber or­ga­ni­siert.

Fahrt mit uns nach Mün­chen zur De­mons­tra­ti­on gegen die SiKo!
Wir wer­den in Autos zur De­mons­tra­ti­on fah­ren und haben noch Plät­ze frei. Falls ihr In­ter­es­se habt mit uns zu fah­ren schreibt uns ein­fach eine E-​Mail

Link1Auf­ruf des Ak­ti­ons­bünd­nis gegen die Nato Si­cher­heits­kon­fe­renz

Link2Auf­ruf der An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Lin­ken Mün­chen (AL[M])

Mobi Video:

Heraus zum LL-Wochenende 2012

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Am 15. Januar 2012 findet in Berlin die traditionelle Demonstration in Gedenken an die ermordeten Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Daneben wird es an dem Wochenende 14./15. Januar auch jede Menge andere linke Veranstaltungen und Parties in Berlin geben.

Gegen Imperialismus und Krieg! –
Für die sozialistische Revolution

Am 10.01. findet eine Infoveranstaltung zum Werk von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, im Infoladen Mannheim statt. Beginn ist um 19Uhr.

RL-Konferenz: Samstag | 14.01.2012 | 10 Uhr | Urania
Antifa-LL-Soli-Party: Samstag | 14.01.2012 | 22 Uhr | RAW-Tempel

Antifa-Block auf LL-Demo:
Sonntag | 15.01.2012 | 10 Uhr | Frankfurter Tor (U5)

Tausende bei Protest gegen die Kriegskonferenz

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Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag im Vorfeld der Afghanistan-Konferenz in der Bonner Innenstadt gegen den Krieg am Hindukusch demonstriert. Das [3A] * Revolutionäre Bündnis hatte gemeinsam mit der Interventionistischen Linken (IL) und weiteren Gruppen zu einem internationalistischen Block unter dem Motto „Internationale Solidarität gegen imperialistische Kriege und Besatzung!“ aufgerufen, der über Tausend TeilnehmerInnen umfasste und von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurde. Vom Lauti des Blockes hielt auch Said Mahmoud von der afghanischen Solidaritäts-Partei eine Rede. Außerdem gab es einen Audio-Betrag von Mumia Abu Jamal, der extra für die Demo von ihm verfasst wurde. Es wurden während der Demonstration bengalische Fackeln abgebrannt und Farbbeutel auf ein Hoch-Tief-Gebäude sowie auf das Polizeispalier, das den Internationalistischen Block begleitete, geworfen. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Hans-Christian Ströbele konnte seine Rede bei der Abschlusskundgebung wegen Eierwürfen und Sprechchören gegen die grüne Kriegspartei nur mit Verzögerung beginnen.

Berichte, Fotos und Videos hier: (mehr…)

Mobilisierung gegen die Afghanistankonferenz

    3.12

Am 5. Dezember 2011 findet in Bonn die Afghanistankonferenz „Petersberg 2″ statt. Auf Einladung der Bundesregierung sollen 1000 Delegierte aus 90 Ländern und VertreterInnen einiger NGO s über die Zukunft Afghanistans beraten.
Vor 10 Jahren- im Dezember 2001- wurde auf der ersten Petersberger Konferenz Hamid Karzai zum afghanischen Präsidenten bestimmt und die Stationierung einer internationalen militärischen Truppe in Afghanistan beschlossen.
Mittlerweile dauert der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als angeblich gegen Terroristen gerichtete und als „humanitäre Intervention“ bezeichnete Krieg in Afghanistan seit über einem Jahrzehnt an.
Die Infrastruktur des Landes wurde weitgehend zerstört, die afghanische Bevölkerung leidet unter Armut und Hunger und die Zahl der zivilen Opfer von Militäraktionen steigt weiter an. Die Bundeswehr ist daran direkt beteiligt, wie z.B. das Massaker bei Kunduz zeigte.
Afghanische Frauenorganisationen machen immer wieder darauf aufmerksam, dass auch die Entrechtung und Gewalt gegen Frauen sich wieder verschlechtert hat.
Anstatt den Krieg und die Besatzung in Afghanistan aber zu beenden, planen die kriegsführenden Staaten jetzt eine verstärkte „Zivil- Militärische Zusammenarbeit“ und wollen durch die Ausbildung von afghanischen Soldaten und Polizisten und den Aufbau von der NATO abhängiger Infrastruktur die Kontrolle über die Region behalten.
Auch die weitere Präsenz von NATO- Stützpunkten in Afghanistan ist vorgesehen.
Was uns hier als „politische Lösung“ und „Friedensperspektive“ verkauft werden soll, ist nur eine effizientere Kriegsstrategie im Sinne der kapitalistischen westlichen Staaten.
Deshalb rufen die Friedensbewegung und anti-militaristische Gruppen bundesweit zu Aktionen gegen die Konferenz auf dem Petersberg in Bonn auf. Geplant sind u.a. eine große bundesweite Demonstration, eine internationale Anti- Kriegs- Konferenz und kreative Protest- und Störaktionen. [Arbeitskreis Internationale Solidarität Heilbronn]

Mobilisierungsaktionen im Vorfeld:

-Am 9.10. fand in Heidelberg vor dem Hauptquartier des US Streitkräfte eine anti-militaristische Kundgebung statt. Neben der Mobilisierung nach Bonn ging es inhaltlich vor allem um die Stationierung eines NATO Raketenabwehrschirms in Kurdistan. Der beschlossene Abzug der Streitkräfte aus Heidelberg wurde begrüßt und darüber hinaus die sofortige Schließung, des für die NATO Kriegslogistik wichtigen, Militärflughafens in Ramstein(Rheinland Pfalz) gefordert.

amigohome

-Im Rahmen der Mobilisierung zur Anti g20 Demo nach Freiburg(5.11.) fand in Mannheim eine Infoveranstaltung statt. Auf dieser wurde inhaltlich der Zusammenhang zwischen der imperialistischen Politik der g20 und den Kriegen der NATO hervorgehoben. Es gab einen gemeinsamen Zugtreffpunkt in Mannheim. Die Demo in Freiburg war unserer Meinung nach sehr kraftvoll und ein voller Erfolg. Auf der Demo wurde ein Redebeitrag der RAM zum Thema Kurdistan gehalten.

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-Stoppt den Krieg in Kurdistan Demo in Mannheim am 4.11.: Auch hier wurde ein Redebeitrag gehalten, Flyer verteilt und auf die Kriegskonferenz in Bonn hingewiesen.

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Infoveranstaltung in Mannheim:

Am Di den 29.11. um 19Uhr im JUZ Mannheim findet eine Mobi Veranstaltung statt. Außerdem gibt es Vokü an dem Abend und letzte Infos zur gemeinsamen Busfahrt nach Bonn.

Wir fahren aus Mannheim mit einem Bus zur Großdemonstration am 3.12.
Kommt mit uns und lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen die Kriegstreiber und ihre Konferenz setzen!
Hoch die internationale Solidarität!

Buskarten für die Fahrt am 3.12. nach Bonn bekommt Ihr für 20 Euro hier:

Infoladen Mannheim
JUZ in Selbsverwaltung „Friedrich Dürr“,
jeden Di und Do ab 19Uhr oder bei Veranstaltungen oder Konzerten